• Robin Wolf

On the road again


Die Anspannung steigt, bald geht es wieder los. Die Freude unterwegs zu sein, erfüllt mich Tag für Tag mehr. Noch sechs mal Schlafen. Ereignisse, auf die ich mich sehr freue, rechne ich immer noch in Nächten. Ist von der Kindheit so hängen geblieben. Wieso? Ich hab keine Ahnung. Jeden Tag schaue ich, zumindest kurz, in unseren Van George hinein. Das Gefühl von Freiheit überkommt mich, wenn ich nur an ihn denke. Dankbarkeit schwingt in dem Gedanken mit. Ich liebe es. Ich freue mich so sehr, dass wir während unseres letzten Tagesausflug mit George fuhren.

Gestern sortierte ich in George die Heckschublade aus. Alles, was wir während den Monaten unserer Spanienreise nicht in der Hand hatten, flog raus. Wie zum Beispiel der Grill. Obwohl wir große Fans vom gemütlichen Grillabenden sind, hatten wir nicht einmal die Gelegenheit dazu. An den meisten Orten war das Grillen aufgrund der dortigen Brandgefahr untersagt, sogar an dem Campingplatz an dem wir eine Nacht verbrachten. Deswegen: RAUS DAMIT. Außerdem verabschiedeten wir uns von einer Petroleumlampe, Solarlampen zum ins Gras stecken und anderen Kleinkram. Bevor wir im August nach Fehmarn fuhren, kauften wir uns ein SUP-Board, für das ich einen Platz finden musste. Aber als der Grill und die anderen Gegenstände aussortiert waren, war es ein leichtes das SUP- Board unterzubringen. Ruck zuck hatten wir eine kleine Trennmöglichkeit in die ausfahrbare Schwerlastschublade geschraubt und konnten so das SUP- Board aufrecht gegen die hintere Wand verstauen, ohne dass uns zu viel Platz verloren ging. Ich bin oft erstaunt, wie leicht manche Vorhaben umzusetzen sind. Dann bastel ich hin und wieder stundenlang an einer Lösung herum, wofür ich eigentlich zehn Minuten eingeplant hatte. In unserem Keller unter dem Bett gesellte sich noch eine Holzkiste hinzu, die wir von meiner Mom bekamen. Mit ihr können wir unsere Vorräte besser sortieren. Oft war es nervig zwischen den Hundefuttersäcken ewig den Gegenstand der Begierde zu suchen. In der Holzkiste können wir in Zukunft die Vorratsdosen und vorbereiteten Brotbackmischungen übersichtlich verstauen. Nach und nach bringen wir Ordnung in unser Chaos hinein. Wir haben in unserem Van viel Stauraum. Die Hundefuttersäcke alleine nehmen einiges an Platz ein. Das war ein wichtiges Kriterium, während unserem Ausbau: Viel Stauraum. Aber trotz einiger Meinungsverschiedenheiten sind wir überglücklich mit dem Endergebnis unseres George W. Bus. Außerdem ist George mit Sicherheit nicht unser letztes Camper-Umbau gewesen.

Während den Wochen, die wir in Fulda in unserem WG Zimmer verbrachten, war die Heckschublade nicht die einzige Anpassung, die wir uns vornahmen. Die Gardinen waren eine weitere. Genauer gesagt die Gardinenstangen. Wir entschieden uns während dem Ausbau für Gardinenseile, weil sie einfacher zu montieren waren und weniger Platz weg nahmen. Es war damals die beste Lösung. Das hier und da jemand rein schauen konnte, war uns zu dem Zeitpunkt nicht wirklich bewusst. Nachdem sich aber unsere Schlafposition von quer zu längs änderte und uns so die Gardinen nicht mehr im Gesicht rumbaumeln würden, war das eine Anpassung, die weit oben auf unsere To-Do Liste stand. Die Hanfseile leierten immer weiter aus und verloren so die Spannung. Die Folge war, große Lücken zwischen Gardine und Fensterbrett. Uns konnte Abends, wenn Licht leuchtete, jeder beobachten. Während dem Zähne putzen störte mich das nicht, aber wir mussten uns immer im dunkeln umziehen, weil uns auch dabei jeder hätte zuschauen können. Die Zeiten sind nun vorbei. Der Luxus sich im hellen umzuziehen müssen wir nicht mehr missen. Abgesehen von den Gardinenstangen, fanden wir auf einem Flohmarkt einen goldenen Buddha, der nun unser Fahrerhaus verschönert und ich tauschte das Kühlboxkabel aus, weil das alte einen Kabelbruch erlitt. Jedes mal, wenn wir die Kühlbox raus zogen ging sie einmal aus und kurz darauf wieder an. Das sorgte für viel Kondensflüssigkeit in der Box. So bleibt uns das dauernde auswischen erspart.

Jemand hat zu Beginn des Ausbaus zu mir gesagt: „So ein Projekt ist niemals fertig.“ Jetzt weiß ich was er damit meinte. Jedesmal wenn wir eine Veränderung vornehmen, freuen wir uns über die Verbesserung. Ich bin mir aber auch sicher, dass die oben beschriebenen Änderungen nicht unsere letzten waren.

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Danke für deine Zeit an unserem Leben teilzunehmen. Über ein Kommentar oder Nachricht freuen wir uns immer sehr.

Peace, Isabell und Robin